Vom Wasser, ausweichen und Kopf ausschalten

Verflixter Montag

„Ich fall vom Glauben ab“! Es war so ein typischer Montag. Auf der Arbeit nur Chaos und dann direkt zur Fahrstunde. Wie das dann halt so ist, hatte ich vergessen, mir etwas zu trinken einzupacken. Also bin ich zu einer bekannten Burger-Kette und kaufte mir eine Flasche Vio Still. Die kann man ja wieder zu schrauben, dachte ich mir.
Zur Erinnerung: sämtliche Burger-Franchise-Ketten verkaufen Burger für 1,99€. Das sind 1,99€ für ein Stück Fleisch, Brot, Sosse usw.
Meine Flasche Wasser kostete 3,04€!!! Die Lüneburger Heide ist ja wunderschön, aber es ist dann doch „nur“ Wasser. Ich komme da gar nicht drüber hinweg.
Zu allem Überfluss habe ich dann auch noch meine Motorrad-Jacke vergessen!!
Kein weiterer Kommentar!

Dann doch endlich auf dem Motorrad Platz angekommen, ging es auch schon weiter und mir etwas besser.
Seit neuestem hat Michael für seine Schützlinge ein Micro für das Funkgerät. Jetzt muss ich auch noch beim Fluchen aufpassen was ich sage. Verrückt!!

Schrittgeschwindigkeit…echt jetzt?

Nach dem Einfahren sollte ich Schrittgeschwindigkeit fahren. Das ist mal wirklich Schei…! Man glaubt es nicht, dass anscheinend das langsame Fahren das schwerste am Motorradfahren ist. Erste versuche scheiterten kläglich. Die Kupplung machte mit mir was sie wollte. Ich treffe den Punkt nicht, damit das Bike zart geradeaus fährt. Muss am Motorrad liegen. Eine Weisheit sagt,kann der Bauer nicht schwimmen, liegt es an der Badehose. 😉

Nein. Ok. Spass beiseite. Nachdem ich es auch geschafft habe, den Blick oben zu lassen und nicht ständig aufs Vorderrad zu schauen, funktioniert das relativ gut. Auf der Linie wie im Slalom. Der Punkt an der Kupplung ist wirklich minimal. Ich denke, es ist Übungssache wie mit allem!

Im Laufe meiner heutigen 135 minütigen Übungsstunde (geil oder?) werde ich immer wieder zur Schrittgeschwindigkeit zurückkehren. Gerne mache ich es nicht, aber es funktioniert mal mehr, mal weniger.


Übrigens: Das Slalomfahren funktioniert heute wie von selbst. Ich diskutiere mit Michael sogar 2-3mal, dass die Hütchen weiter auseinander stehen als beim letzten mal. Er beteuert aber, dass das nicht der Fall ist. Ich kann es nicht glauben, dass das heute so einfach sein soll. Verrückt!!
Dem Übermut, dann mit über 40 km/h den Slalom zu fahren, fallen dann doch ein paar Hütchen zu Opfer.

Ausweichen. In richtiger Reihenfolge

Als nächstes kommt das Ausweichen. Simuliert wird damit quasi eine plötzlich aufgehende Autotür.
Zuerst soll ich ohne bremsen, nur mit gezogener Kupplung, das Hindernis umfahren, nicht um fahren!

In den ersten Versuchen habe ich Probleme damit, mit höherer Geschwindigkeit die Übung zu machen.
Michael sagte, ich würde zuviel Nachdenken. Mehr fühlen, weniger denken. Seltsamerweise sagen meine Handball-Kollegen das selbe über mich. Verrückt!!

Auch das Drücken nach rechts fällt mir etwas schwerer als nach links. Keine Ahnung warum. Sogar andere Fahrlehrer zeigen mir während dem Fahren an, was ich machen soll.

Jetzt kommt auch noch dazu, dass ich zuerst kurz runter bremsen, und dann das Hinderniss umfahren soll. Und nein, dieses Motorrad hat kein ABS. Also darf das Vorderrad beim Lenken nicht blockieren.
Wie lautet der Lieblingssatz eines Fahrlehrers? Richtig! – Nochmal!!

Hinterradbremse…die gibt es ja auch noch!

Nach einer guten Stunde mache ich eine kurze Pause. Ich trinke von meinem 30,- € Wasser und versuche die Hand zu lockern. Diese tut nach dem ganzen kuppeln etwas weh. Als Handballer hätte ich jetzt gedacht, dass in meinen Händen und Fingern sämtliche Muskeln trainiert wären. Aber ok, man lernt nie aus!

Jetzt soll ich eine Vollbremsung machen und die Hinterradbremse dazu nehmen. Hinterradbremse?…Ah ja stimmt. Hab ich schon mal gehört.
Diese betätigt man mit dem rechten Fuß. Ach du Schreck, den muß ich zuerst mal sortieren. Die ganze Zeit ruhte der sich auf den Fußrasten aus und die neuen Stiefel sind dazu noch so richtig schön…zäh!!

Also fahre ich am Anfang mit 30 auf einen Punkt zu und muss dann in die Eisen gehen. Aktuell noch ohne ABS aber ich meine, er sagte was von: Neu, Vertrag, Blau geht gar nicht, Megafreu und der erste Kratzer tut richtig weh.
Sehen wir dann. Wo waren wir? Ah ja. Wegen dem fehlenden ABS darf bei der Vollbremsung das Vorderrad nicht blockieren. Logisch.
Im Bremsvorgang zieht man gleichzeitig noch die Kupplung und muss dann, sobald die Maschine vorne in die Knie geht, zuziehen. Also voll rein hauen.

Etwas was ich nie verstanden habe, warum die Vorderbremsen bei Motorrädern immer stärker sind als die Hinterradbremsen. Jetzt kann ich es nachvollziehen. Die Hinterradbremse kann das Bike nicht in die Federung drücken beim Bremsen. Vorne schon. Verrückt!!

Alle hier erwähnten Übungen mache ich noch ein paar mal bis Michael sagt: So reicht. Ich merke, du kannst nicht mehr“. Was? Ich?
Ich glaube, wenn er mich gelassen hätte, wäre ich noch ewig weitergefahren. Aber als ich stehenbleibe, das Moped ausmache, absteige und den Helm ausziehe merke ich, wie K.O. ich eigentlich bin.

Ich trinke noch den Rest meines 300€ Wassers und schaue noch zu, wie Michael mit dem Motorrad in den Anhänger hoch fährt. Da kann ich fast nicht zuschauen.

Und wieder freue ich mich sehr auf die nächsten Stunde

Wie ging es euch bei den oben genannten Übungen?
Erzählt es mir in den Kommentaren. Auch sonstige Anmerkungen, Vorschläge oder auch Kritik gerne in den Kommentaren.

Schöne Grüße euer Mueschel

2 thoughts on “Vom Wasser, ausweichen und Kopf ausschalten”

  1. Oh ja, bremsen und ausweichen…lang, lang ist‘s her. Irgendwann in der vorletzten Dekade des letzten Jahrtausends. Auf einem heißen Brenner namens Kawasaki LTD 440 mit sage und schreibe 27 Pferdestärken (immerhin 4 mehr als mein damaliges Auto!). Trotz der Tatsache, dass die Bremsen meines aktuellen Mountainbikes deutlich besser sind, als die Geschwindigkeitsreduzierer der Kawa von damals, hatte ich es doch direkt im ersten Versuch geschafft, das Vorderrad zum blockieren zu bringen. Irgendwas hat damals auch gepfiffen. Ich bin mir nicht mehr sicher, ob es das gequälte Restprofil vom Vorderreifen war oder mein Fahrlehrer. Auf jeden Fall direkt mal die Bremse gelöst und die aufgestellten Hütchen über den Haufen gefahren. Natürlich nicht ohne im Anschluss so etwa 10 Meter nach dem „Hindernis“ noch einen Pseudo-Ausweichschlenker zu fahren. Beim zweiten Mal hat‘s dann gefunzt und der Fahrlehrer hat irgendwas gemurmelt von „reicht für heute“ und „ ich brauch die Kiste noch für andere Fahrschüler“…
    Ja ja, lang lang ist‘s her

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